SWR – Debussy, Manoury und Ravel
- PROGRAMM
- Claude Debussy (1862 – 1918)
“Prélude à l‘après-midi d‘un faune” – ca. 10‘
Philippe Manoury (*1952)
“Saccades” für Flöte und Orchester – ca. 25‘
Pause
Maurice Ravel (1875 – 1937)
“Daphnis et Chloé”, Ballett in drei Teilen
Teil I: Introduction et danse religieuse – Danse générale – Danse grotesque de Dorcon – Danse
légère et gracieuse de Daphnis – Danse de Lyceion – Danse lente et mystérieuse des Nymphes
Teil II: Introduction – Danse guerrière – Danse suppliante de Chloé
Teil III: Lever du jour – Pantomime (Les amours de Pan et Syrinx) – Danse générale (Bacchanale) ca. 52‘
- MITWIRKENDE
- Emmanuel Pahud, Flöte
MDR-Rundfunkchor
(Katharina Morin, Einstudierung)
SWR Symphonieorchester
François-Xavier Roth, Dirigent
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- KONZERTTERMINE
Do 15. Januar 2026, 20 Uhr
Fr 16. Januar 2026, 20 Uhr
Stuttgart, Liederhalle
So 18. Januar 2026, 19 Uhr
Freiburg, Konzerthaus
- Kostenlose Einführungen jeweils eine Stunde vor Konzertbeginn
- Konzerteinführungen · Rafael Rennicke
- Live-Videostream · Freitag, 16. Januar 2026 ab 20.03 Uhr auf SWR.de/so
Radiosendung · Freitag, 16. Januar 2026 ab 20.03 Uhr auf SWR Kultur
- KURZINFOS ZUM KONZERT
- Zwei bahnbrechende französische Werke an der Wende zum 20. Jahrhundert stellen jene
mythisch fernen Szenerien ins Zentrum, die in ländlicher Ursprünglichkeit, in einem fernen
Arkadien spielten – und sie weisen zugleich in die Zukunft: Claude Debussys “Prélude à l’après-
midi d’un faune” und Maurice Ravels Ballettmusik “Daphnis et Chloé”. Nicht zufällig spielt die
Flöte eine herausgehobene Rolle, in Debussys “Prélude” ebenso wie in “Daphnis et Chloé”: Die
Flöte ist Protagonistin, wenn in einer “Pantomime” Tänzer die Geschichte von Pan und Syrinx
erzählen. Für den Dirigenten François-Xavier Roth, der selbst Flötist ist und von der langen
französischen Ausbildungstradition der Flöte geprägt ist, hat das Instrument eine besondere
Bedeutung. Zu seinen ersten, höchst eindrücklichen Erfahrungen als Dirigent, so schildert er,
gehörte die Erarbeitung von Ravels “Daphnis et Chloé”. Zwei Werke der Moderne also, die eine
ganz eigene Artikulation des Klangs mit einem Orchester erfordern. Kein Zufall ist es, dass Roth
2018 mit den “Saccades” (“Rückungen”) ein zeitgenössisches, gewichtiges Solokonzert für das
enigmatische Instrument des französischen Komponisten Philippe Manoury für den Flötisten
Emmanuel Pahud zur Uraufführung brachte und nun in das Zentrum dieses französischen
Programms stellt.
Debussys epochemachendes Orchesterwerk “Prélude à l’après-midi d’un faune” hat schon bei
der Uraufführung am 1894 unter Gustave Doret fasziniert: Das Stimmungsgemälde illustriert
Stéphane Mallarmés gleichnamiges Gedicht, welches wiederum selbst nur Impression ist: Ein
Faun ergeht sich im wollüstigen Nickerchen in Erinnerungen an die Nymphen. Mit “Daphnis et
Chloé” schuf Maurice Ravel von 1909 bis 1913 seine umfangreichste und größtbesetzte Partitur
für Orchester überhaupt, in der ein textlos in Vokalisen geführter Chor mitwirkt. “Meine Absicht
war, ein großes musikalisches Freskogemälde zu komponieren …” Nichts weniger als ein
neuartiger Orchesterklang schwebte ihm für seine Symphonie choréographique vor, der über
alles bisher Dagewesene hinausreichte, eine Farbendramaturgie, die den idealischen Ort des
Geschehens heraufbeschwört.